Dissens-Diskussion-Dialog

Das Projekt stärkt eine demokratische Diskussions- und Streitkultur an (Berufs‑)Schulen in Ost- und Mittelsachsen. Durch Workshops, Simulationen, ein Diskurslotsen‑Programm und Weiterbildungen für Lehrkräfte werden Kommunikations‑, Kritik‑ und Handlungskompetenzen gefördert. So unterstützt das Projekt Schüler/-innen und schulische Akteure dabei, respektvoll, kritisch und selbstbestimmt am politischen Diskurs teilzunehmen und Polarisierung entgegenzuwirken.

Kategorie: Dialogforum Demokratie

Laufzeit: laufend

  • Demokratie stärken
  • Diskurskompetenz fördern
  • Polarisierung abbauen
  • schulische Akteure befähigen
  • nachhaltige Strukturen für Streitkultur etablieren
  • Schüler/-innen ab der 7 Klasse
  • Lehrkräfte aller Schulformen
  • Schulsozialarbeiter/-innen
  • Multiplikator/-innen
  • Schulen an Ost- und Mittelsachsen

Förderung

Maßnahmen und Aktivitäten

Folgende Angebote werden in dem Projekt in den Regionen Ostsachsen sowie Mittelsachsen umgesetzt:

In den Workshops setzten sich die Schüler/-innen mit zeitaktuellen Entwicklungen in den Themengebieten auseinander. Ein Schwerpunkt der Workshops ist die Vermittlung von Kompetenzen, eigenverantwortlich und selbstbestimmt eigene Entscheidungen im politischen Diskurs zu treffen. Die Workshops tragen damit zur Herausbildung einer demokratischen Streit- und Diskussionskultur bei. Je nach Möglichkeiten haben die Workshops eine Dauer von 2 bis 6 Unterrichtseinheiten.

Der Escape Room „Radikalisierung & Extremismus“ ist Bestandteil des gleichnamigen Workshops und soll den Schüler/-innen den Prozess der Radikalisierung veranschaulichen.

Im Vorfeld an das Spiel erhalten die Schüler/-innen Informationen über die verschiedenen Formen des Extremismus – links, rechts und religiös motiviert und erarbeiten sich in einer Stationsarbeit selbständig Wissen über die einzelnen Phasen bzw. Stufen im Radikalisierungsverlauf, da dies wesentlich zum Verständnis des Escape Room beiträgt.

Der Escape Room selbst findet dann im Koffer statt.

Die Klasse wird in 4 Gruppen geteilt und jeder Gruppe eine Form des Extremismus zugeteilt. Um nochmal den Unterschied zwischen extrem und radikal zu veranschaulichen, wird einer Gruppe keine Extremismusform zugewiesen, sondern eine radikale Gruppe. Nachdem die Gruppen den Code zum Öffnen ihres Koffers geknackt haben, finden sie dort neben szenetypischen Materialien vier kleinere Boxen vor, die es im Verlauf des Spiels zu öffnen gilt. Dazu müssen die Schüler/-innen die verschiedensten Rätsel lösen.

Die Rätsel orientieren sich dabei inhaltlich an den Stufen der Radikalisierung und transferieren so das von den Schüler/-innen erarbeitete theoretische Wissen in eine anschauliche Praxis, indem sie erfahren, wie eine fiktive Person diesen Prozess durchläuft. Nachdem die Schüler/-innen den Escape Room erfolgreich gelöst haben, folgt ein Feedback der einzelnen Gruppen.

Jede Gruppe soll nochmal den Weg, den ihre fiktive Person gegangen ist, rekapitulieren und in einem kleinen Vortrag der Klasse vorstellen. Dabei sollen auch Überlegungen einfließen, wie man der betroffenen Person hätte helfen können bzw. wie man sich präventiv schützen kann, um gar nicht erst in einen solchen Prozess zu geraten.

Zielgruppe des Workshops sind Schüler/-innen ab der 7. Klasse. Die Dauer beträgt 4 – 5 UE.

Durch die finanzielle Förderung des Projekts ist dieses Angebot für die Schulen unentgeltlich.

Große gesellschaftliche Themen wie Migration, Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Geschlechterrollen oder die Corona-Maßnahmen haben in den letzten Jahren die Zivilgesellschaft gespalten.

Der Ton vieler Debatten ist rauer geworden, Kompromissbereitschaft tritt zugunsten ideologischer Zuspitzung zurück. Diese Polarisierung zeigt sich nicht nur in Parlamenten oder Talkshows, sondern spiegelt sich zunehmend im Alltag wider – auch auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer.

Vor diesem Hintergrund kann man die Demokratiebildung an Schulen als gesellschaftliche Notwendigkeit betrachten. Sie soll Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, politische Prozesse zu verstehen, gesellschaftliche Zusammenhänge zu analysieren und ihre eigene Position zu reflektieren. Durch demokratische Prozesse lernen junge Menschen, unterschiedliche Standpunkte auszuhalten, Argumente zu bewerten, Quellen kritisch zu hinterfragen und ihre eigene Meinung in respektvoller Weise zu äußern. An dieser Stelle setzt auch das Konzept von „10 Fragen – 100 Antworten“ an.

Es greift verschiedene Themen auf, die den Lebensraum der jungen Menschen unmittelbar tangieren. Konkret geht es dabei thematisch um Schwangerschaftsabbruch, Wiedereinführung der Wehrpflicht, Handyverbot an Schulen und Todesstrafe. Im Rollenspiel lernen die Schülerinnen und Schüler anhand vorgefertigter Rollen Standpunkte entlang des breiten gesellschaftlichen und politischen Meinungsspektrums kennen. Dabei wird die Klasse in 6 Gruppen unterteilt und erhält je eine fiktive Rolle mit einem argumentativen Standpunkt zum jeweiligen Themenschwerpunkt. In der weiteren Durchführung setzen sich die Gruppen mit ihren jeweiligen Standpunkten auseinander und füllen die ihnen zugewiesene Rolle mit Leben. Anschließend entsendet jede Gruppe einen Vertreter in eine simulierte Diskussionssituation, welche durch unsere Teammitglieder moderiert und geleitet wird. Die Schüler/-innen beziehen nun gemäß ihrer Rolle Standpunkt zu von uns vorgefertigten Fragen, welche das Thema betreffen. Nach jeder Frage entsenden die Gruppen einen neuen Vertreter. So lernen die Schülerinnen und Schüler in einer respektvollen, fairen und sachlichen Auseinandersetzung für eine Meinung einzustehen, aber auch andere zu hören und zu akzeptieren. In einem abschließenden Reflexionsgespräch haben die Schüler/-innen die Möglichkeit, sich zu den vorgefertigten Rollen und deren Argumentation zu äußern, aber auch ihre eigene Meinung zum Thema einzubringen.

Im Praxisprogramm Diskurslotsen bieten wir besonders interessierten Schülerinnen und Schülern ein Trainee-Programm mit vertiefenden Inhalten zum Themenkomplex an. So gerüstet unterstützen die Diskurslotsen so als Multiplikatoren den Prozess vor Ort an den Schulen und in ihren Klassen.

Für Lehrende an sächsischen Schulen organisieren wir eine hybride Weiterbildungsreihe zu methodisch-didaktischen Fragen der Entwicklung einer Diskussions-und Streitkultur an sächsischen Schulen.

In ihrer Arbeit orientieren sich die Mitarbeitenden an dem Beutelsbacher Konsens (Überwältigungsverbot – keine Indoktrination; Beachtung kontroverser Positionen in Wissenschaft und Politik im Unterricht; Befähigung der Schüler, in politischen Situationen ihre eigenen Interessen zu analysieren). Zudem sind die Mitarbeitenden dem Grundgesetz mit seinen Inhalten und Wertvorstellungen verpflichtet.

Podcasts

  • Podcast 1: Projektvorstellung
  • Podcast 2: 10 Fragen – 100 Antworten. Diskutieren über das Thema Schwangerschaftsabbrüche
  • Podcast 3: Diskurslotsen – Ein Angebot zur Förderung der Diskussions- und Streitkultur an Schulen
  • Podcast 4: Informationen zum Beutelsbacher Konsens

Ansprechpartner/-innen

Denise Prause
Denise Prause
Projektleiterin
Jennifer Husain
Jennifer Husain
Projektmitarbeiterin
Thomas Uhlmann
Thomas Uhlmann
Projektmitarbeiter