Kolonialismus, Mission und Rassismus. Herausforderungen für die politische Bildung

Das Projekt reagiert auf die zunehmende öffentliche Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Mission und Rassismus, die seit 2020 stark an Dynamik gewonnen hat. In einer vierteiligen Workshopreihe erhalten politische Bildner/-innen eine fundierte Orientierung zu historischen Zusammenhängen, aktuellen Debatten und Herausforderungen in einer polarisierten Öffentlichkeit. Die Reihe beleuchtet koloniale Machtstrukturen, die Rolle der Mission, die Genese rassistischer Ordnungen sowie Perspektiven für eine zeitgemäße politische Bildung. Ziel ist es, Fachkräfte zu befähigen, kolonialhistorisch sensible, reflektierte und gesellschaftlich relevante Bildungsangebote zu gestalten.

Kategorie: Dialogforum Demokratie

Laufzeit: abgeschlossen

  • Kolonialgeschichte fundiert vermitteln
  • Politische Bildner/-innen qualifizieren
  • Rassismuskritische Kompetenzen stärken
  • Globale Perspektiven eröffnen
  • Polarisierung pädagogisch bearbeiten
  • Politische Bildner/-innen mit Jugendlichen, Erwachsenen und Senior/-innen
  • Pädagog/-innen aller Bereiche
  • Multiplikator/-innen politischer Bildung

Förderung

Die Veranstaltungen werden im Rahmen des Projekts „Mehrwert Verantwortung – Politische Erwachsenenbildung in neuen Formaten“ durchgeführt. Projektträger ist die Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (AKSB). Das Projekt wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Maßnahmen und Aktivitäten

  • Vierteilige Workshopreihe durchführen
  • Kolonialismus historisch einordnen
  • Mission kritisch reflektieren
  • Rassismusgenesen analysieren
  • Didaktische Perspektiven erarbeiten
  • Best‑Practice‑Beispiele diskutieren
  • Populistische Argumentationen bearbeiten
  • Exkursion ins Museum Herrnhut
  • Fachvorträge internationaler Expert/-innen
  • Online‑Workshops und Präsenztreffen

Themenworkshops

Online-Workshop, ca. 3 Stunden
Donnerstag, 16. September 2021, 09.00 – ca. 13.00 Uhr
Inhalte: Vor dem Hintergrund der Themenvielfalt und der Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus wird sich der Schwerpunkt auf die Entstehungsbedingungen des Kolonialismus im Zuge der globalen Expansion und dem Ausbau internationaler und interkontinentaler Beziehungsgeflechte konzentrieren.
Referent/-innen und Vortragsthemen: coming soon

  • Ursula Lehmkuhl, Professorin für Internationale Geschichte, FB III, Universität Trier
  • Mathias Hack, Universität Leipzig, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Lehrstuhl für Geschichte des 19.-21. Jahrhunderts)

Online-Workshop, ca. 3 Stunden
Mittwoch, 13. Oktober 2021, 09.00 – 12.30 Uhr
Inhalte: Der Workshop widmet sich der Ambivalenz missionarischer Tätigkeiten. Anhand von Themenvorträgen werdenBeiträge der Mission bzw. von Missionsakteuren zur kolonialen Machtsicherung, aber auch zur interkulturellen Verständigung und zur ethnologisch-sprachlichen Erforschung vorgestellt und diskutiert.
Referent/-innen und Vortragsthemen:

  • Kolonialismus und Mission – eine Verflechtungsgeschichte
    Dr. Karolin Wetjen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin FB 05: Neuere und Neueste Geschichte Universität Kassel
  • Mission als interkulturelle Kontaktzone
    Friederike Dillenseger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsfeld „Missionsgeschichte des Instituts für Weltkirche und Mission (IWM) der Deutschen Bischofskonferenz an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen Frankfurt am Main
  • Unter Spannung. Auf dem Weg zu einer de-kolonisierten Mission. Ein Bericht aus der Praxis der Aufarbeitung kolonialer Vergangenheit
    Ravinder Salooja, Direktor des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes Leipzig

Online-Workshop, ca. 3 Stunden
Mittwoch, 03. November 2021, 09.00 – 12.30 Uhr
Der Workshop widmet sich der wechselseitigen Beziehung zwischen Rassismus und Kolonialismus. Anhand von Themenvorträgen werden Beiträge des Rassismus zur Genese kolonialer Machtstrukturen (Entwicklung rassistischer Kategorisierungen, Konzepte der Dissimilation und Assimilation der unterworfenen Gesellschaften, koloniale Geschlechterordnungen) vorgestellt.
Referent/-innen und Vortragsthemen:

  • Dr. Dörte Lerp, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin (angefragt)
  • Dr. Hilke Thode-Arora, Leiterin der Abteilung Ozeanien / Referentin für Provenienzforschung Museum Fünf Kontinente München
  • Angebote einer kolonialhistorisch-sensiblen Vermittlung der protestantischen Missions- und Forschungstätigkeit der Herrnhuter Brüdergemeine
    Silke Piwko, Standortleiterin / Bildung und Ausstellung des Völkerkundemuseums Herrnhut

Präsenz-Workshop
Dienstag, 30. November – Mittwoch, 01. Dezember 2021
Inhalte: Der Workshop dient der Erarbeitung von Perspektiven für die politische Bildung im Kontext aktueller politischer Entwicklungen sowie neuer Aspekte der Forschungen zu den Themen der vorangegangenen Workshops. Neben Inputs zu didaktischen Prinzipien und inhaltlichen Themenfeldern, dies sich u.a. auch aus den Diskussionen der Workshops I-III ergeben, werden Best Practise–Beispiele aus der politischen Bildung in Deutschland bzw. aus der Bildungsarbeit der Teilnehmenden dargestellt und diskutiert. Zugleich werden sich die Teilnehmenden zu möglichen populistischen Argumentationssträngen austauschen und Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche politische Bildungsarbeit innerhalb einer polarisierten und radikalisierten Öffentlichkeit erarbeiten.

Der Workshop beinhaltet eine Exkursion in das Völkerkundemuseum Herrnhut mit thematischer Führung zu Angeboten einer kolonialhistorisch-sensiblen Vermittlung der protestantischen Missions- und Forschungstätigkeit der Herrnhuter Brüdergemeine.

Referent/-innen und Vortragsthemen: coming soon

Ansprechpartner/-innen

Dr. Mathias Piwko
Dr. Mathias Piwko
Projektleiter